18.11.2016 - 16:15

COP22 in Marrakesch endet mit positivem Signal

 

US-Außenminister Kerry verkündet auf der COP die Reduzierung der US-Treibhausgasemissionen und 45 Länder setzen sich ambitionierte Klimaziele.

„Keiner sollte an der überwältigenden Mehrheit der amerikanischen Staatsbürger zweifeln, die wissen, dass der Klimawandel wirklich existiert und die alles daran setzen, unsere Versprechen vom Pariser Abkommen einzuhalten“.

MARRAKESCH, MAROKKO- Außenminister John Kerry beschwichtigte mit seiner Rede die, durch die US-Wahl teils verunsicherten, 25.000 Teilnehmer der  22. UN Framework Convention on Climate Change (COP22), indem er manifestierte, dass die USA bis 2050 ihre Treibhausgasemissionen um mindestens 80 Prozent senken wollen. Noch im Dezember 2016 will die US Regierung den Plan für eine ambitionierte „Dekarbonisierungsstrategie“ vorlegen. Neben der Betonung der realen und jetzt schon zu beobachtenden Folgen des Klimawandels, spricht Kerry optimistisch über das Engagement sowohl der Staatengemeinschaft als auch der Privatwirtschaft, die Ziele von Paris in die Tat umzusetzen.

Kerry sieht eine Transformation auf dem Energiemarkt vorliegen, die nicht von der jeweiligen politischen Führung eines Landes abhängig ist. Er spricht von Innovatoren und engagierten Führungskräften im Energiesektor in den Vereinigten Staaten, die auf dem richtigen Weg sind. Er betont, dass die Marktentscheidungen, die schon getroffen worden sind, nicht wieder rückgängig gemacht werden können und werden (woraufhin seine Zuhörer in Applaus verfallen). Zudem sei keineswegs klar, wie die künftige US-Klimapolitik sich tatsächlich gestalten werde:

 „In der Zeit meines Lebens, die ich in der Öffentlichkeit verbracht habe, ist eine der Sachen, die ich gelernt habt, dass manche Themen etwas anders aussehen, wenn man tatsächlich in der Verantwortung steht, als wenn man sich auf Wahlkampftour befindet“.

Kerry appelliert für einen Fokus auf Fakten und nicht Meinungen zu diesem Thema und rät somit, sich an die renommierten Wissenschaftler zu halten, die ihr ganzes Leben der Herausforderung des Klimawandels gewidmet haben und nicht an diejenigen, die sich in ihren politischen Slogans lediglich auf unbewiesene Theorien berufen.

Nachdem sich der Anteil von globalen Emissionen, erzeugt durch den Kohlepreis, über das letzte Jahrzehnt verdreifacht haben, kamen im letzten Jahr über 1000 Unternehmen und Investoren darüber überein, sich für eine Unterstützung des „carbon pricing“ einzusetzen. Der private Sektor begrüßt, nach Kerry, die Signale durch Paris, will aber noch genauere Angaben, damit sie mit größerer Sicherheit in saubere Energielösungen investieren können.

„Wenn wir das Pariser Klimaabkommen umsetzen, wird es Unternehmen und Investoren dazu bringen, statt Milliarden in die Kohleenergieindustrie, Billionen von Dollar in neue und benötigte saubere Energiequellen, die auf der ganze Welt für uns alle gebraucht werden, zu investieren.“

Kerry bezieht sich mit diesen Aussagen auch auf das Statement von mehr als 360 Unternehmen kurz nach der Wahl für ein Einhalten des Pariser Klimaabkommens. Diese Unternehmen wollen den Temperaturanstieg auf maximal plus 2 Grad minimieren. Nach Auffassung der Unternehmen müssen Wirtschaft und Regierungen eng zusammenarbeiten und langfristig eine „low-carbon economy“ zu kreieren. Barry Parkin, Chef des Nachhaltigkeitsmanagements von Mars ließ des Weiteren verlauten, dass die globalen Unternehmen eine bedeutende Mitverantwortung hätten, um auf Klimawandel, Wasserknappheit und Abholzung zu reagieren. Das Statement der sogenannten 360+ war an Präsident Obama, Mitglieder des US-Kongresses sowie weitere internationale Staatschefs adressiert worden.

Auch in Deutschland gibt es ähnliche Bestrebungen; so forderten vor der Konferenz in Marrakesch 40 deutsche Unternehmen von der Regierung eine Eingliederung des Pariser Abkommens in die nationale Strategie der Umwelt- und Wirtschaftspolitik.

„Für Unternehmen und Investoren ist es von hoher Bedeutung, dass der Klimaschutzplan eindeutige Signale gibt, dass die in Paris gemachten Zusagen umgesetzt werden"

Die Unternehmen fordern in ihrem Aufruf Planungssicherheit und festgesetzte Klimaziele für die einzelnen Sektoren Baugewerbe, Verkehr, Industrie und Landwirtschaft. Genaue Vorgaben über die Kohlendioxidausstoßwerte sollen ihnen zudem zur Planungssicherheit verhelfen. Ein Ziel müsse es sein, langfristig auf 100 Prozent erneuerbare Energien umzusteigen. Der Klimaschutzplan2050 der deutschen Regierung, um die „Dekarbonisierung“ voranzutreiben, soll ebenfalls noch auf dem Klimagipfel in Marrakesch präsentiert werden. Umweltministerin Dr. Barbara Hendricks betonte in ihrer Rede auf der COP bereits die Verdopplung der deutschen Klimafinanzierungsmittel von zwei auf vier Milliarden Euro bis 2020.

Kerrys Rede ist nur einer von vielen optimistischen Impulsen der UNO-Klimakonferenz in Marokko. So haben sich 47 Staaten darauf festgelegt, in Zukunft komplett auf Kohle, Öl und Gas zu verzichten und somit ihren Energiebedarf vollständig durch erneuerbare Energien zu decken. Dies kann als einer der ehrgeizigsten Klimapläne weltweit angesehen werden. Bis 2020 sollen die Klimaziele der sogenannten CVF-Staaten (Climate Vulnerable Forum) auf dieses Ziel umstrukturiert werden. Diese besonders vom Klimawandel betroffenen Staaten orientieren sich daran, die globale Erderwärmung auf 1,5 Grad, mit Referenz zum 19. Jahrhundert, zu beschränken.