11.12.2017 - 12:00

Workshop auf der Österreichischen Entwicklungstagung in Graz

Unter "des Kaisers Augen und im Geiste Paulo Freires" trafen sich von 17.-19.11.2017 zahlreiche Menschen, mit wenigstens einem gemeinsamen Interesse: sozial-ökologische Transformationen jetzt! Altvizekanzler Josef Riegler und Impulsgeberin für zukunftsfähige Lebensstile Yasmin Dorfstetter stellten auf Einladung des Instituts für Umwelt, Friede und Entwicklung im Workshop 14 "Von der ökosozialen Idee zum Global Marshallplan. Handlungsmöglichkeiten im Sinne der SDGs" vor.

Vereint sind die beiden ReferentInnen in ihrem Engagement für den Global Marshall Plan, bei dem sich Menschen mit globalen Ungleichgewichten und deren Ursachen auseinandersetzen und dafür Lösungswege suchen. Die historische Entwicklung ab 1986 stellte Josef Riegler als Augenzeuge und jahrzehntelanger Mitstreiter vor. Hier finden sich seine Folien dazu: Präsentation_Josef_Riegler

Danach übernahm Yasmin Dorfstetter mit einer Vorstellungsrunde und einer Einführung in den Workshopteil. Als Eingangsfrage diskutierte sie mit den Anwesenden die Stärken und Schwächen globaler Abkommen am Beispiel des Kyoto-Protokolls. Keiner der Anwesenden hielt es für einen Erfolg, was globalbilanziell auch stimmt. Trotzdem wurde das Ziel erreicht, was z.B. im zweiten Absatz zum Kyotoprotokoll auf Wikipedia nachzulesen ist.


    Teilnehmende Industrieländer verpflichteten sich, ihren jährlichen Treibhausgas-Ausstoß innerhalb der sogenannten ersten Verpflichtungsperiode (2008–2012) um durchschnittlich 5,2 Prozent gegenüber dem Stand von 1990 zu reduzieren. Diese Emissionsminderungen wurden erreicht. Für Schwellen- und Entwicklungsländer gab es keine festgelegten Reduktionsmengen.

Dann stellte sie exemplarisch einige Initativen vor und brachte sie in Zusammenhang mit den Sustainable Development Goals (SDGs) der Vereinten Nationen: Präsentation_Yasmin_Dorfstetter

Initiativen im Sinne der SDGs in ÖsterreichIm Anschluss lud sie die ZuhörerInnen ein ihre eigenen Initativen zu ergänzen und jeweils passende SDGs dazu zu finden. Am Ende hatten dank Iris Oberklammer (IUFE) alle einen besseren Überblick über die Hauptziele und es war ein gegenseitiger Einblick in die Arbeit und Interessen der Anderen gegeben, der die Basis für neue Kooperationen und Engagement legt.

Zusammenfassung der Initiativen, ihrer regionalen Ausrichtung und Bezug zu den SDG

Den Abschluss bildete eine Aufgabe, die nicht als Hausübung, sondern als Lebensfrage formuliert waBeenden Sie diesen Satz für sich persönlich zufriedenstellend:

    „Ich werde in der mir verbleibenden Lebenszeit, gerne und aus
    vollem Herzen…“

Aus Zeitgründen konnten die beiden Filme leider nicht mehr gezeigt werden, die den Workshop untermalen sollten.

Der erste ist vom Ökosozialen Studierendenforum und stellt landläufige Annahmen wie die Welt funktioniert einfach mal so auf den Kopf: GO EcoSocial
Zum Weltarmutstag erschien ein Bericht im Grazer über die regionale Situation

DerGrazer, 19.11.2017

Der zweite ist eine Erläuterung zum Thema Armut in Österreich, die nicht nur hervorragend zum Abschlusstag der Tagung am 19.11.2017 passt, für den Papst Franziskus den „Welttag der Armen“ ausgerufen hat, sondern auch vor jeder parlamentarischen Budgetdebatte in Österreich zum Pflichtprogramm gehören sollte: Wie reich ist Österreich