01.11.2017 - 12:15

Gelungener Academy-Workshop in München: Für Klima und soziale Gerechtigkeit engagieren

7. Oktober 2017, 10 Uhr im Einstein Bildungszentrum in München. Tim Benzkos Song „Nur Mal kurz die Welt retten“ trällert im Hintergrund, während die 16 Teilnehmenden unseres Workshops nach und nach eintreffen und im Stuhlkreis Platz nehmen. Neugierig, unsicher, skeptisch und erwartungsvoll blicken uns die uns noch fremden Gesichter an, die wir an diesem Wochenende für unsere soziale Bewegung – jene, die sich aktiv für gerechtere Rahmenbedingungen unserer Welt einsetzt – gewinnen möchten.


Robert und ich, Gisela, haben bereits zwei Workshops in München gemeinsam gemanagt und sind langjährige Unterstützer der Global Marshall Plan Initiative. Diesmal jedoch wollten wir etwas Neues ausprobieren, was immer ungewiss und experimentell ist. Vorab ist immer schwer einschätzbar, auf welche Menschen man diesmal trifft und wie diese reagieren wird. Jede Gruppe ist anders, hat eine andere Dynamik, andere Schwerpunkt-Interessen. Es machte sich durchaus etwas Aufregung bei uns breit.


Vielfalt und Kompetenz als Motor für einen positiven Wandel


Wie immer, wenn Menschen bei Veranstaltungen der Initiative zusammenkommen, war auch im Einstein Bildungszentrum eine spannende Vielfalt an Persönlichkeiten und Professionen vertreten: Eine Sozialpädagogin, ein Koch und Ernährungsberater, eine promovierende Umweltplanerin, ein CSR Manager, eine Hörgeräteakustikerin, eine EDV Fachkraft, ein Patentprüfer, 2 Studentinnen, ein Fotograf, eine Bibliothekarin, eine Körpertherapeutin, eine Sozialanthropologin, eine Mitarbeiterin der Bahn, eine Erzieherin, eine Maskenbildnerin, ein Ingenieur und eine politische Bildnerin. Keine Frage, mit dieser Bandbreite an Professionen und Perspektiven auf die globale Schieflage würde dies mit Sicherheit ein spannender Tag werden.


Dass Zusammenarbeit und Kooperation entscheidend sind, um Veränderungen anzustoßen und positiven Wandel im eigenen Wirkungsfeld anstoßen zu können, zeigten nicht nur unsere systemkritischen Spiele, sondern auch der schnell aufkeimende Wunsch in der Gruppe, über den Workshop hinaus zusammenzuarbeiten.


Der Medianwert als Beispiel globaler Ungerechtigkeit


Roberts Experiment, ein neues Vortragsformat, mit dem gemeinsam Schritt für Schritt der Anteil der Menschen, die in Deutschland und international unterhalb der Armutsgrenze lebe, berechnet wird. Laut Berechnungen der Weltbank liegt die internationale Armutsgrenze seit dem Jahr 2015 bei $ 1,90 am Tag. Durch die Nachberechnung dieses Medianwerts (der Mittelwert in der Statistik, der angibt, wie viele Menschen unter der internationalen Armutsgrenze lebt) zeigte Robert anschaulich, wie die Statistik zu Gunsten der Mächtigen der Weltgemeinschaft berechnet wird. Innerhalb seines Vortrags wurde fleißig mit gerechnet und mit Geldmünzen gepokert. Dieser Mitmach-Vortrag kann bei Interesse auch als eigenständiger Workshop (1,5 bis 2 h) durchgeführt werden. Wenden Sie sich bei Interesse an Ingrid Banciu.


Unsere Engagement-Bereiche: Klima, soziale Gerechtigkeit und nachhaltiger Konsum


Da die Motivationen der einzelnen Teilnehmenden ebenso vielfältig waren wie die vorhandenen Kompetenzen, brainstormten wir zu den Themen Klimakrise, nachhaltiger Lebensstil/Konsum und soziale Gerechtigkeit im Allgemeinen. Hierbei entwickelten wir zahlreiche Maßnahmen, wie diese Herausforderungen konkret angegangen werden könnten: Mehr ökologischer Landbau, CO2-Steuer … gerechte Abkommen für den Welthandel, Stoppen der Nahrungsmittelspekulation, kostenlose wettbewerbsfähige Schulbildung … Lobbyverein für junge Menschen, Umweltradiosender, staatliche Förderung nachhaltiger Konsumstile, gezielte Vernetzung, Sharing Economy… sind nur einige der großartigen Maßnahmen, die lediglich auf Realisierung warten.


Man war sich schnell einig, dass man im Kleinen beginnen kann und muss! Leider bot das Workshop-Format von 10 bis 17 Uhr nicht genügend Raum, um Ideen zu konkretisieren, was alle sehr bedauerten. Hatte man sich unter gerade zusammengefunden mit Menschen aus den unterschiedlichsten Bereichen, gemeinsame Interessen und Ideen entdeckt, stand schon wieder der Abschied an. Doch dies war ein Abschied von kurzer Dauer, denn es gibt bereits Überlegungen für konkrete Aktionen.