14.12.2016 - 14:45

„Mni Wiconi“ – Wasser ist Leben

Nichts braucht der Mensch so sehr zum Überleben wie das Wasser. Zwei Lichtblicke zum Erhalt unserer wichtigsten Ressource.

Mehr als zwei Drittel unserer Erde sind mit Wasser bedeckt. Doch nur circa 3 Prozent davon sind trinkbares Süßwasser. Von diesen 3 Prozent befindet sich der Hauptanteil in Eiskappen und Gletschern, etwa am Nordpol. Das bedeutet also, dass uns nicht einmal 1 Prozent der gesamten Wasserressourcen unseres „blauen Planeten“ als Trinkwasser zur Verfügung stehen.

Doch durch die große Menge an Salzwasser entsteht häufig ein falsches Bild: Wasser – anders als beispielsweise Erdöl – scheint uns in unendlichen Mengen zur Verfügung zu stehen. Das führt wiederrum zu übermäßigem Konsumverhalten.
Der größte Wasserverbrauch entsteht dabei nicht etwa, wenn wir den Wasserhahn aufmachen, sondern für die Herstellung von alltäglichen Konsumgütern: Für die Herstellung eines T-Shirts werden beispielsweise 2000 Liter Wasser verbraucht. Unsere überschwängliche Lebensweise im Umgang mit Wasser wird längerfristig zu einer Bedrohung für die Menschheit werden.



Umso wichtiger ist es, die uns zur Verfügung stehende Ressource Wasser vor Gefahren wie der Kommerzialisierung oder der Verseuchung zu schützen.  Im letzten Monat gab es hierfür zwei wegweisende Beispiele, die genau dies bestätigen:

So hat sich das slowenische Parlament Mitte November bei einer Abstimmung dazu entschieden, das Anrecht auf frisches Trinkwasser offiziell in die Verfassung des Landes  aufzunehmen. Zum einen ist dieser Schritt eine direkte Umsetzung des sechsten der insgesamt 17 von der UN aufgestellten Ziele für nachhaltige Entwicklung. Ziel Nummer 6 fordert die Verfügbarkeit und die nachhaltige Bewirtschaftung von Wasser und Sanitärversorgung für alle Menschen weltweit. 
Zum anderen sind die natürlichen Wasserressourcen des Landes somit gesetzlich vor der Privatisierung und Kommerzialisierung durch internationale Konzerne geschützt.

 

In North Dakota haben die sogenannten „Water Protectors“ einen wichtigen Etappensieg in ihrem Protest gegen die Dakota Access Pipeline (DAPL) errungen. Seit Mitte des Jahres protestieren dort die amerikanischen Ureinwohner des Standing Rock Sioux Tribes gegen die 1.886 Kilometer lange Ölpipeline, welche nahe des Indianerreservates der Sioux einen Fluss durchkreuzen sollte. Die Ureinwohner befürchteten daher, dass das Öl in ihr Trinkwasser geraten könnte und somit ihre Lebensgrundlage zerstören würde. In ihrem Protest, welcher mittlerweile als eine der größten Umweltbewegungen des 21. Jahrhunderts gilt, werden die Standing Rock Sioux von weiteren Indianerstämmen sowie Umweltorganisationen unterstützt.  

Nachdem es Ende November noch zu Ausschreitungen zwischen Polizei und Demonstranten kam, bei denen die Polizei unter anderem Wasserwerfer und Tränengas eingesetzt hat, hat nun das U.S. Army Corps of Engineers, welches sich um die Verwaltung des Projekts kümmert, entschieden, dem Bauunternehmen keine Genehmigung für den Weiterbau an dem lokalen Teilabschnitt zu geben.

 

„Mni Wiconi – Water is Life“. Der von den Demonstranten genutzte Spruch stammt aus der Sprache der amerikanischen Ureinwohner und gilt heute mehr als je zuvor. Doch Meldungen wie die aus Slowenien und North Dakota lassen uns positiv in die Zukunft blicken.

 

Bildquelle 1: https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/a/a4/Wasserverteilung_auf_der_Erde.png

Bildquelle 2: http://news.janegoodall.org/wp-content/uploads/2016/09/dapl_protectors.jpg

Teaserquelle: Pixabay
 

 

Ein Artikel von Niklas Heins.