Newsletter 11 / 2009

Global Marshall Plan und "Zukunftsprojekt Ökosoziales Europa" im Thüringer Koalitionsvertrag
Ein Versuch, die Welt ins Gleichgewicht zu bringen
Erlangen engagiert sich am weltweiten Klimaaktionstag!
Wofür setzt sich der Global Marshall Plan ein?
- Meinung -
Zehn Kommentare zu den entwicklungspolitischen Vorschlägen
Ökologische Steuerreform: Frankreich zeigt, wie's geht!
- Fortbildung -
Global Marshall Plan Academy
- Veranstaltungsnachlese -
Die Welt ist ein Dorf
Kongress-Nachlese: Wie ernähren wir uns in Zukunft?
Aktion "Sperrstund is'! Klima-Zeche zahlen"
- Plant-for-the-Planet -
Vera verspricht 1 Million Bäume für Österreich
Berliner Klimabotschafter bilden in Russland Lehrer aus
Stop talking. Act now!
- Film-, Hör- und Lesetipps -
Den Blick nach vorn
Capitalism - A Love Story
- Aus den Medien -
Pressespiegel
 




Neuigkeiten

Global Marshall Plan und "Zukunftsprojekt Ökosoziales Europa" im Thüringer Koalitionsvertrag

Neue Landesregierung knüpft an Beschluss aus 2007 an

 

Ein hartes Stück Arbeit nach der Landtagswahl in Thüringen am 30. August 2009 liegt hinter den Beteiligten an den Sondierungsgesprächen und Koalitionsverhandlungen, und noch nie hat eine Regierungsbildung in Thüringen nach der Wende so lange gedauert. Das ist vor allem darin begründet, dass sich die politische und die Parteienlandschaft in den letzten Jahren erheblich verändert haben und in Zeiten tiefgreifender Krisen andere Bedingungen herrschen als in Jahren scheinbar grenzenlosen Wachstums.

Die Thüringer CDU und SPD sind nun übereingekommen, gemeinsam neue Wege zu gehen. Dies findet seinen deutlichen Ausdruck im vorgelegten Koalitionsvertrag mit dem Titel "Starkes Thüringen – innovativ, nachhaltig, sozial und weltoffen". In diesen wenigen Worten liegt eine anspruchsvolle Programmatik, die sich nur unter Einbeziehung aller gesellschaftlichen Kräfte, politischen Ebenen, Branchen und Sektoren umsetzen lässt.


Staatskanzlei


Eine außerordentlich positive und wegweisende Festlegung findet sich im Schlussteil des Kapitels "Landesplanung", Seite 52 des Koalitionsvertrages:

"Im Rahmen der Prozesse zur Europäischen Raumentwicklung (Eruopäische Strukturfonds, EUREK, Leitlinien des Europarates usw.) und in der interregionalen Zusammenarbeit setzen sich CDU und SPD für ein Zukunftsprojekt "Ökosoziales Europa" und die Unterstützung der Ziele des "Global Marshall Plans" gemäß dem Beschluss des Thüringer Landtags vom 27. Januar 2007 ein.

Zudem sprechen sich die Koalitionspartner in den Vereinbarungen durchgängig für eine Ausrichtung der gesamten Landespolitik am Leitbild der Nachhaltigen Entwicklung aus. Dies wird in mehreren wichtigen Kapiteln wie Wirtschaft, Umwelt und Bildung mit folgenden Maßgaben untersetzt:

Kapitel I (Leitgedanken):

"In der Demokratie ist es unerlässlich, dass die politischen Parteien deutlich machen: Es gibt Wege in die Zukunft - auch ganz unterschiedliche Wege – jenseits von Beliebigkeit und Ideologie. Auf dieser Grundlage ist in der Demokratie gemeinsames Handeln möglich. Dafür stehen wir in dieser Regierungskoalition."
"CDU und SPD (…) wissen sich einer beteiligungsorientierten politischen Kultur verpflichtet".
"Die Regierungsparteien wollen eine Vorreiterrolle bei der ökologischen, sozialen und kulturellen Modernisierung in Deutschland spielen".
"Wir wollen, dass Thüringen als Freistaat in der Mitte Europas die Chancen der Globalisierung nutzt. Das gilt für die soziale und ökologische Dimension wirtschaftlichen Handelns, für die Gestaltung des technischen Fortschritts und für die kulturelle Offenheit, die eine moderne Gesellschaft benötigt".
"Thüringen nachhaltig: Wir wollen Thüringen zu einem nachhaltigen Wirtschaftsstandort zukunftsorientierter Industrien und Dienstleistungen machen. Wir wollen eine Wirtschaftspolitik aus einem Guss, die Wirtschafts-, Technologie- und Innovationspolitik integriert. Wir wollen Vorreiter für eine nachhaltige Energiepolitik und Naturnutzung, Land- und Forstwirtschaft werden. Nachhaltigkeit schließt für uns Generationengerechtigkeit ein. Deshalb setzen wir Schranken gegen ausufernde Haushalte und wollen auf Dauer ohne neue Schulden auskommen."

"Thüringen soll die Vorreiterrolle bei den erneuerbaren Energien weiter ausbauen und zum grünen Motor Deutschlands werden."
"CDU und SPD sehen sich in der Verantwortung gegenüber kommenden Generationen und stellen ihr politisches Wirken daher unter den anspruchsvollen Maßstab der Nachhaltigkeit. Dies betrifft den Umwelt- und Naturschutz genauso wie das Wirtschaften und den Umgang mit kulturellen Gütern."

Kapitel II.1 – Wirtschaft und Technologie:

"Grünes Herz – Grüner Motor: Bereits jetzt verfügt Thüringen über beachtliche Potenziale im Bereich der grünen Technologien. Diese wollen die Koalitionspartner ausbauen. Thüringen soll führender Standort einer der wichtigsten Leitmärkte zu Beginn des 21. Jahrhunderts werden."

"Die Nutzung der erneuerbaren Energien soll in Thüringen auch in Zukunft signifikant über dem Bundesdurchschnitt liegen. CDU und SPD streben in Thüringen einen Anteil von 35 % erneuerbarer Energie an der Stromproduktion und -nutzung bis 2020 an."

"er Freistaat errichtet eine Thüringer Energie-, Klima- und Green-Tech-Agentur als ein zentrales Informations- und Demonstrationszentrum für erneuerbare Energien und grüne Technologien."

Kapitel II.16 – Umwelt:

"Grundlage für die Umweltpolitik der Koalition bildet das Leitbild der nachhaltigen Entwicklung. Daher kommt der Nachhaltigkeitsstrategie des Freistaats Thüringen höchste Priorität zu."

Kapitel II.19 – Landesentwicklung und Verkehr

"Die Landesplanung soll stärker als bisher zu einem Instrument der nachhaltigen räumlichen Entwicklung des Freistaates werden und zum effektiven Einsatz der entsprechenden öffentlichen Mittel führen."
"Die Raumordnung ist in Richtung einer nachhaltigen Entwicklung zu modernisieren."
"Im Landesentwicklungsprogramm (LEP) sind Leitlinien für eine nachhaltige Entwicklung und die Leitvorstellung einer nachhaltigen Raumentwicklung zu verankern. Ziele und Grundsätze der Raumordnung und Landesplanung sind hieran auszurichten. Alle öffentlichen Maßnahmen sind zukünftig auch unter dem Gesichtspunkt der Nachhaltigkeit zu prüfen."
"… müssen Belastungen der Umwelt vermieden und auf ein Maß verringert werden, das die Leistungsfähigkeit der Umwelt auf Dauer erhält."

"Die Bahn soll dauerhaft die grundlegende Raumerschließung in Thüringen sichern. Darauf ist die Nahverkehrsplanung auszurichten." "Die investive Förderung des ÖPNV wird fortgesetzt. Dazu wird ein an ökologische Kriterien gekoppeltes Investitions- und Beschaffungsprogramm aufgelegt."

Hier geht es zum vollständigen Thüringer Koalitionsvertrag als PDF-Dokument: Download.

Text: www.oesf.de 21. Oktober 2009
Bild: www.thueringen.de

 

 

 

 

 

 

Ein Versuch, die Welt ins Gleichgewicht zu bringen

Global Marshall Plan Initiative Rhein Main pflanzt mit Kindern Bäume in der Petersaue

UMWELTAKTION 250 neue Bäume durch Global Marshall Plan Initiative auf der Petersaue gepflanzt / Zeitgleiche Aktion von Schülern in Uganda

Auf der Kasteler Petersaue haben Schüler am Samstag 250 Bäume gepflanzt. Mit der Begrünung setzten sie ein Zeichen zur Bekämpfung des Klimawandels. Ins Leben gerufen wurde die Aktion von der Global Marshall Plan Initiative Rhein Main: Hier engagieren sich Menschen für eine Ökosoziale Marktwirtschaft.

"Es ist ein Versuch, die Welt ins Gleichgewicht zu bringen", sagt Mitglied Roland Gramenz. Bereits 2007 hatte der Unternehmer gemeinsam mit Schülern 500 Bäume auf die Rheininsel gesetzt. Fast alle pflanzte er als Landschaftsgestalter und hofft auch diesmal auf Erfolg. Aus den Bäumen soll ein Auenwäldchen erwachsen, das das Ökosystem auf der Petersaue stärkt. Die Insel, die wegen ihres Status als Wassereinzugsgebiet nicht zugänglich ist, bietet Lebensraum für Vögel und Fische. Die Bäume wandeln klimaschädliche Emissionen um.

Wiesbadens Umwelt-Dezernentin Rita Thies: "250 Bäume sind schon eine ganze Menge, besonders, um die Auenlandschaft wiederherzustellen." Durch landwirtschaftliche Nutzung oder die Begradigung des Rheins hätten Auen viel von ihrer ursprünglichen Form verloren.

Mit Spaten und Gummistiefeln ausgestattet machten sich über 100 Schüler von fünf Schulen auf den Weg zu den vorbereiteten Pflanzlöchern. Diesmal waren die Werner-von-Siemens-, die Gustav-Stresemann-, die Hermann-Ehlers- sowie die Wilhelm-Leuschner Schule dabei. Auch das Mainzer Frauenlob-Gymnasium engagierte sich, denn die Aue wird von den Mainzer Stadtwerken verwaltet.

Silberweiden, Schwarzpappeln und Grauerlen setzten die Kinder. Für viele war es eine ganz neue Erfahrung. Felix (10): "Ich dachte immer, dass man Bäume wie Blumen mit Samen pflanzt und nicht mit kleinen Bäumen", stellte er erstaunt fest. Auch Robin (9) hat mit Hilfe eines Gärtners einen Baum gepflanzt: "Ich hätte gerne einen Garten. Aber ich pflanze immer auf unserem Balkon." Die eifrigen Gärtner verewigten sich mit Namenszetteln an den Bäumen.

Zur gleichen Zeit taten es ihnen Kinder in Uganda gleich: 500 landestypische Bäume, etwa Kiefern, Mango- und Papayabäume, hatte Gramenz für deren Dorf gespendet. "Es ist ein Akt der Solidarität von Schülern hier und sonst wo auf der Erde", so Gramenz. "Wir sind nicht alleine auf der Welt. Auch das ist eine Form von Globalisierung." Laura (14) reizte diese Idee: "Es war interessant, dass wir mit Uganda gepflanzt haben. Das ist ja ziemlich weit weg." Weltweit wollen Kinder im Zuge des Projekts Plant-for-the-Planet über eine Milliarde Bäume zur Klimaverbesserung pflanzen.

Öffentliche Gelder bekam die Global Marshall Plan Gruppe nicht: Die Kosten für die Bäume sowie die Pflege in den nächsten Jahren tragen private Sponsoren. Doch die Zukunft des Pflanzprojekts ist ungewiss: Auf der Petersaue dürfen nicht mehr Bäume gesetzt werden. Soll die Aktion fortgesetzt werden, muss ein neues Gelände gefunden werden.

Hausaufgabenfrei

Über ein ganz besonderes Geschenk durften sich allerdings die Schüler der Klasse 4b der Gustav-Stresemann-Schule freuen: Ihre Klassenlehrerin hatte ihnen als Lob für ihren Einsatz eine Woche hausaufgabenfrei versprochen.

Quelle: www.wiesbadener-kurier.de
02.11.2009
Von Julia Kilian

 

 

Erlangen engagiert sich am weltweiten Klimaaktionstag!

350.org und Plant-for-the-Planet

Liebe Freunde und Unterstützer unserer Aktion "350 ppm ERlangen!!!",

vielen Dank für die vielfältige Unterstützung vor und während dieser gelungenen Aktion!



Ohne Eure / Ihre Mithilfe wäre dies in dieser Form nicht zu schaffen gewesen.

Wir haben über 400 unterschriebene Postkarten an Frau Merkel und hatten ca. 200 Menschen auf dem Schlossplatz zur Formations- und Luftballonaktion. Ein tolles Ergebnis wie wir finden!



Zusammen mit den anderen über 5.200 Aktionen in über 180 Ländern konnten wir heute ein deutliches Signal für ein wirksames, verbindliches und faires Klimaschutzabkommen senden!

Wir hoffen, dass wir im Kampf gegen den Klimawandel auch in Zukunft gemeinsam agieren werden.



Ein besonderer Dank gilt auch unserem Fotografen Alexander Mansyreff für die tollen Fotos dieser Aktion, Timo Winkler v. Mohrenfels fürs Filmen sowie Herrn Millian von den Erlanger Nachrichten für die Berichterstattung und den Zugang zum Schloss!

Vielen Dank!!!
Susanne und Stefan Jessenberger

 

 

Wofür setzt sich der Global Marshall Plan ein?

Bei einem weiteren Treffen der Global Marshall Plan Regionalgruppe München im Ökologischen Bildungszentrum wurden die Grundzüge des Global Marshall Plan diskutiert

In der noch jungen Münchener Regionalgruppe ging es bei der dritten Sitzung um grundsätzlichen Fragen zu Zielen und Inhalten des Global Marshall Plans.

"Was ist Globalisierung?" Mit dieser simplen Frage eröffnete Mario Wagner die Runde. Frisch Interessierte und alte Hasen entwickelten in den nächsten zwei Stunden eine gemeinsame Vorstellung zu globalisierten Märkten, einem effizienten aber nicht immer effektiven Marktgeschehen und den Schwierigkeiten einer Global Governance. Die gemeinsame Verständigungsbasis
für die nächsten Schritte konnte so geschaffen werden.
Aus dem gemeinsamen Feel & think global in München kann nun das oft beschworene act local entstehen! Dies wird auch Hauptthema der nächsten Sitzung am 2. Dezember sein.
Weiterhin freuen sich die etwa 15 Aktiven auf neue Gesichter, die das act local mit Ideen und Taten unterstützen möchten.

Bei Interesse und weiteren Fragen hilft Ellen Weller gerne weiter.
 

- Meinung -

 

 

 

 

Zehn Kommentare zu den entwicklungspolitischen Vorschlägen

Eine Entgegnung des Ökosozialen Forums Europa zu einem Beitrag aus dem Newsletter 10/2009

Zehn Kommentare zu den im Global Marshall Plan Newsletter veröffentlichten Vorschlägen für eine bessere Entwicklungspolitik an die nunmehr bestehende deutsche Bundesregierung aus Sicht der Ökosozialen Forums Europa:

Die im Global Marshall Plan Newsletter 10/2009 veröffentlichten zehn Vorschläge für eine bessere Entwicklungspolitik beinhalten aus Sicht des Ökosozialen Forums Europa einen Rückfall in bereits überwunden geglaubte "neoliberale" Weltanschauungen. Derartige Forderungen tragen unserer Ansicht nach dazu bei, PolitikerInnen den Rücken zu stärken, die die aktuelle "Krise" als Vorwand für die Nichteinhaltung von Versprechen, wie die Erhöhung des Budgets für öffentliche Entwicklungszusammenarbeit (ODA) auf 0,7 Prozent, betrachten, und widersprechen zudem den im Rahmen unserer Initiative abgestimmten Ziele des Global Marshall Plan, der als oberstes Ziel eine gerechtere Verteilung der Reichtümer dieses Planeten fordert. Die Vorwürfe, die in den zehn Vorschlägen verpackt sind, sind nicht neu, wohingegen aktuelle entwicklungspolitische Debatten, wie etwa in der Paris Declaration und der Accra Agenda for Action und inhaltliche Neugestaltungen von den VerfasserInnen offenbar nicht berücksichtigt wurden. Im Folgenden möchten wir – ohne Anspruch auf Vollständigkeit – die aus unserer Sicht wichtigsten Argumente zu den einzelnen Punkten darlegen.

1. Wir rufen Sie dazu auf, angesichts der enttäuschenden Bilanz der bisherigen Entwicklungspolitik deren Kurs grundlegend zu ändern.

Anmerkungen zu Vorschlag 1:
Entwicklungspolitik umfasst weit mehr als die Mitteltransfers im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit (EZA). Diese ist nur ein Bereich einer umfassenden Entwicklungspolitik. Hier stehen vor allem weltwirtschaftliche Rahmenbedingungen und politische Herrschaftsverhältnisse im Zentrum des Interesses. Entwicklungspolitisches Agieren umfasst den Einsatz gegen die Diskriminierung von Frauen in der Armutsbekämpfung ebenso, sowie für die Schließung von Steueroasen, durch die den so genannten Entwicklungsländern jährlich ca. 900 Mrd. US-Dollar entzogen werden, die die EZA bei weitem übersteigen. Das Beispiel Steueroasen zeigt sehr anschaulich die Doppelzüngigkeit "nördlicher" Entwicklungsdiskurse: Nach einer Schätzung des Tax Justice Network aus dem Jahr 2005 wanderten bis zum damaligen Zeitpunkt jedes Jahr mindestens 860 Mrd. US-Dollar allein an Privatvermögen, unternehmerisches Kapital nicht mit eingerechnet, und großteils aus Entwicklungsländern in Richtung Steueroasen – die mehrheitlich in Industrieländern liegen. Unter Annahme einer durchschnittlichen Besteuerung von 30 Prozent bedeutet dies jährliche Steuerausfälle von 255 Mrd. US-Dollar. [1] Im Vergleich dazu betrug die Summe sämtlicher öffentlicher EZA-Leistungen im Jahr 2008 119,8 Mrd. US-Dollar. [2] Die Länder des Südens verlieren durch Steuerflucht enorme finanzielle Mittel, die sie zum Ausbau ihres Gesundheits- und Bildungswesens und allgemein ihrer Sozialsysteme dringend benötigten. Steueroasen haben damit eine sehr effektive Unterminierung von Entwicklungsstrategien und von Demokratie im Allgemeinen zur Folge. Sie verunmöglichen es den betroffenen Ländern, die eigene Steuerbasis zu erhöhen und damit letztlich unabhängiger von Entwicklungszusammenarbeit zu werden. Gleiches gilt im weiteren Sinne für die Schuldenproblematik.


2. Geben Sie die Vorstellung auf, mehr Geld bedeute mehr Entwicklung. Lassen Sie ab vom 0,7 Prozent-Geberziel, weil es auf dieser irrigen Vorstellung beruht.

Anmerkungen zu Vorschlag 2:
Entwicklungszusammenarbeit darf keinesfalls als Allheilmittel und Ersatz für eine umfassende Strukturpolitik angesehen werden, die die Basis für Länder im globalen Süden schafft, eigenverantwortlich und selbstbestimmt Entwicklungskonzepte umzusetzen. EZA wird nicht in der Lage sein, eineinhalb Milliarden Menschen aus der Armut zu befreien. Doch sie kann einen Beitrag leisten, um akute Krisen zu mildern und erste "Entwicklungsschritte" in Gang zu setzen. Eine neue Studie des Internationalen Währungsfonds setzt an der Unterscheidung zwischen "strategischer" und "tatsächlicher" Entwicklungskooperation sowie der Frage nach der Qualität von EZA an, und kommt zu dem Schluss, dass Gelder, die für eine uneigennützige Armutsbekämpfung eingesetzt werden, langfristig ihr Ziel auch tatsächlich erreichen. [3] Ein Blick in die Vergangenheit zeigt, dass auch viele der heutigen OECD-Geberstaaten als Empfänger von Entwicklungshilfe – im Rahmen des European Recovery Program, auch bekannt unter dem Namen "Marshallplan" – stark profitiert haben. Ein Ende der Entwicklungszusammenarbeit würde unmittelbar vor allem die soziale Grundversorgung (Gesundheits- und Bildungssektor, AIDS-Bekämpfung etc.) der Empfängerstaaten betreffen, und vor allem lokale zivilgesellschaftliche Bewegungen und Organisationen schwächen.

3. Gehen Sie – innerhalb von zehn Jahren – dazu über, Entwicklungshilfe grundsätzlich nur noch als Kredit zu vergeben. Tragen Sie dazu bei, dass alle Menschen in den Entwicklungsländern Zugang zu Krediten bekommen.

Anmerkungen zu Vorschlag 3:
Mikrokredite können, vor allem auch für Frauen, ein sinnvolles Instrument der Armutsbekämpfung darstellen. Auf staatlicher Ebene hat die Praxis der
Kreditaufnahme aber viele Länder in eine Schuldenfalle geführt, in der sie noch heute sitzen. Deshalb wird von den betroffenen Ländern wie auch entwicklungspolitischen ExpertInnen wiederholt die Ausweitung von Entschuldungsprogrammen gefordert. Darüber hat sich die Praxis der Kreditvergabe mit starren Konditionen als überaus kontraproduktiv erwiesen (Beispiel Internationaler Währungsfond). Zudem lässt diese Forderung aus unserer Sicht historische Verantwortungen der Industrieländer für ungleiche Entwicklungschancen, wie es sich aktuell erneut beim Klimawandel zeigt, völlig außer acht.

4. Konzentrieren Sie die Hilfe darauf, individuelle und gesellschaftliche Eigenanstrengungen zu stärken, besonders durch Bildung und bessere Rahmenbedingungen für privatwirtschaftliche Tätigkeit.

Anmerkungen zu Vorschlag 4:
Selbstverständlich ist es wichtig, Aktivitäten im Vereich Bildung und privatwirtschaftlicher Tätigkeit zu forcieren, es handelt sich dabei aber nicht um ein Entweder-Oder. Im Anschluss an den vorangegangenen Punkt lässt sich auch hierzu bemerken: eine Ausweitung von Entschuldungen und eine wirksame Bekämpfung von Steuerflucht durch die Industrieländer wären zwei der wirksamsten Maßnahmen, um den betroffenen Ländern eine nachhaltige Finanzierungsbasis für Sozialprogramme etc. zu ermöglichen.
   
5. Finanzieren Sie Infrastrukturprojekte nur in Ländern, in denen bereits früher errichtete Anlagen dauerhaft instandgehalten werden. Fördern Sie die Projekte so, dass dadurch möglichst viele Menschen Arbeit finden.

Anmerkungen zu Vorschlag 5:
Bei der Errichtung oder Förderung von Infrastrukturprojekten muss in erster Linie die Orientierung an menschenrechtlichen Standards und Grundsätzen der sozialen und ökologischen Nachhaltig Priorität haben. Die Schaffung von Arbeitsplätzen für die lokale Bevölkerung ist als Rahmenbedingung sehr begrüßenswert. Darüber hinaus sind bei derartigen Projekten jedoch ebenso etwaige Landrechtsverletzungen oder bestehende Rechtsunsicherheiten zu berücksichtigen, wie eine entsprechende und in internationalen Abkommen wie der ILO-Konvention 169 und in vielen nationalen Verfassungen vorgesehene Konsultation der AnwohnerInnen im Vorfeld.

6. Beenden Sie die verschwenderische Konkurrenz der EU und ihrer Mitgliedsstaaten gegenüber den Entwicklungsländern. Europa muss – auch im eigenen Interesse – entschlossener auf die gewachsene Bedeutung vieler Entwicklungsländer reagieren.

7. Beenden Sie Entwicklungshilfe für Länder, die sich selbst helfen können, wie China und Indien.

Anmerkungen zu Vorschlag 6 und 7:
Wie Dirk Messner betont [4] ist es aus globaler Sicht höchst sinnvoll, mit den aufstrebenden Schwellenländern mit steigendem Energieverbrauch Entwicklungszusammenarbeit fortzuführen, und diese Länder beim Einsatz von Umwelttechnologien etwa zur erneuerbaren Energiegewinnung gezielt zu unterstützen. Dies setzt auf Seiten dieser Länder die Anerkennung ihrer Mitverantwortung für globale Problemlagen wie den Klimawandel voraus, und beinhaltet darüber hinaus eine Aufwertung ihrer Rolle innerhalb der kompetenten internationalen Organisationen.

8. Geben Sie keine Entwicklungshilfe mehr an Länder, die nicht bereit sind, ihre Einkünfte, insbesondere aus Bodenschätzen, offenzulegen.
 
Anmerkungen zu Vorschlag 8:
Neben Regierungen sind vor allem lokale soziale Organisationen, MenschenrechtsaktivistInnen und Gemeinden oder indigene Volksgruppen EmpfängerInnen von Unterstützung aus der Entwicklungszusammenarbeit. Da gerade die Bevölkerung in Ländern mit korrupten Regierungen unter diesen zu leiden hat (u.a. durch niedrige Steuerquoten und fehlende Sozialausgaben), wäre eine Einstellung der Zusammenarbeit in diesen Fällen höchst kontraproduktiv. EZA kann in solchen Fällen sehr wertvolle unmittelbare Unterstützung für diskriminierte ethnische oder bestimmte Bevölkerungsgruppen leisten, eine Förderung der lokalen Zivilgesellschaft wieder kann Bewusstseinsbildung und damit letztendlich die Kapazitäten für einen demokratischen Wandel fördern. In vielen ressourenreichen Ländern sind die dem Staat verbleibenden Gewinne äußerst gering, und kommen großteils den die Bodenschätze abbauenden privaten Unternehmen zugute (Beispiel Guatemala: ein Prozent der deklarierten Gewinnen gehen an den Staat, ein weiteres Prozent an die Region). Zur Frage der Budgethilfe siehe auch den folgenden Punkt 9.

9. Geben Sie Budgethilfe nur an Länder, in denen dem Gemeinwohl dienende, unabhängige und effektive Parlamente die Verwendung der Mittel nachvollziehbar kontrollieren.

Anmerkungen zu Vorschlag 9:
Seitens der EU und ihrer Mitgliedstaaten wird Budgethilfe an eine Fülle an Voraussetzungen geknüpft. Dazu zählen neben einer guten Regierungsführung (Good Governance), der Einhaltung demokratischer Verfahren und der politischen Verantwortlichkeit gegen dem Parlament und den BürgerInnen (domestic accountability) auch nationale Strategien zur Armutsbekämpfung und anderes mehr.

10. Streichen Sie den fünf Ländern die Entwicklungshilfe, die nach dem Index von "Transparency International" die korruptesten sind.

Anmerkungen zu Vorschlag 10:
John Christensen, Vorsitzender des Tax Justice Networks wies im Rahmen eines Vortrags in Wien im Mai dieses Jahres zu Recht darauf hin, dass der Index von Transparency International ein auffallend schwarzes Gesicht hat: Die langjährigen Spitzenreiter sind schwarzafrikanische Länder. Dieses seiner Ansicht nach unbegründete Ergebnis liegt unter anderem darin begründet, dass der Index viele korrupte Praktiken, wie zum Beispiel illegale Steuerflucht, außer Acht lässt. Wären diese im Index mitberücksichtigt, würde sich das Verhältnis zwischen den Ländern des Nordens, in denen Steueroasen und Offshore-Finanzzentren mehrheitlich beheimatet sind, und jenen des Südens im Index deutlich verschieben. Eine globale Debatte über Korruption muss seiner Ansicht nach diese Faktoren mit berücksichtigen. Der Index von Transparency International bildet dafür und folglich auch als Kriterium für EZA eine unzureichende Basis.


[1] Vgl. http://www.taxjustice.net/cms/front_content.php?idcat=101 [15.7.2009]

[2] http://www.oecd.org/document/35/0,3343,en_2649_34447_42458595_1_1_1_1,00.html [15.7.2009]

[3] Vgl. International Monetary Fund 2009: Development Aid and Economic Growth: A Positive Long Run Relation IMF Working Paper WP/09/118, May 2009

[4] Messner, Dirk 2008: Entwicklungspolitik als globale Strukturpolitik. Leitbild, Erfahrungen und Herausforderungen aus deutscher Perspektive. In: Gruber, Petra C. (Hrsg.) 2008: Nachhaltige Entwicklung und Global Governance. Veranwortung. Macht. Politik. Verlag Barbara Budrich: Opladen & Farmington Hills. S. 144

Teaserbild: Dieter Schütz Pixelio

 

 

Ökologische Steuerreform: Frankreich zeigt, wie's geht!

Ein Diskussionsanstoß

von nova europa

Frankreich führt ab 2010 eine CO2-Abgabe ein, die nicht primär bezwecken soll, die Staatskasse zu füllen, sondern vielmehr die privaten Haushalte und die Unternehmen nach und nach zu einer Änderung ihres Verhaltens zu bringen und weniger fossile Energieträger zu verbrauchen. Daher soll diese mit € 17,- pro Tonne beginnend bis 2030 progressiv steigen, um zunehmenden Druck auf Unternehmen und Konsumenten auszuüben, die Energieeffizienz von Produktionsmethoden, Fahrzeugen, Gebäuden etc. zu steigern, und dieser Entwicklung auch die nötige Anpassungszeit zu lassen. Die CO2-Abgabe soll gleichzeitig aufkommensneutral sein, d.h. den Bürgern über die Einkommensteuer rückerstattet werden, wobei die Entlastung von der Größe des Haushalts und davon abhängen soll, ob der Bürger in der Stadt oder auf dem Land lebt (auf dem Land muss die Steuerentlastung größer sein, da man nicht so leicht auf öffentliche Verkehrsmittel ausweichen kann). Jene Bürger, die keine Einkommensteuern bezahlen, sollen einen grünen Scheck erhalten.

In seiner Rede vom 10. September 2009, in der Staatspräsident Nicolas Sarkozy die Einführung der Steuer ankündigte, bekräftigte er noch einmal, wie dringlich es sei, sich "der enormen Herausforderung durch die globale Erwärmung" zu stellen. "Die Zeit arbeitet gegen uns. Unsere Generation muss handeln und zwar jetzt. Schon zu viele Jahre haben wir die Entscheidungen auf später verschoben, die wir jetzt treffen müssen."

Für mehr Details zur Ökologisierung des Steuersystems in Frankreich siehe die Französische Botschaft in Berlin

Zur Rede des Staatspräsidenten (französisch)
Zum Video der Rede

Kopenhagener Klimagipfel: 100 Milliarden Finanzierungsbedarf für Entwicklungsländer? Frankreich denkt nicht nur ökologisch - sondern vorausschauend pragmatisch.

Um die Klimakatastrophe zu vermeiden, muss der CO2-Gehalt der Atmosphäre auf 450 ppm begrenzt werden. Dann sollte die globale Erwärmung nicht höher als zwei Grad ausfallen. Dazu müsste der Verbrauch fossiler Energieträger noch vor 2020 sinken, in den Industrieländern ab sofort. Siehe die Presse vom 7.10.2009

Der Kampf gegen den Klimawandel und die Bewältigung der bereits eingetretenen Folgen in den Entwicklungsländern ab 2020 wird - nach Berechnungen der EU-Kommission - jährlich 100 Milliarden Euro kosten. Bis zu 15 Milliarden Euro davon wird nach Ansicht der Kommission die EU beisteuern müssen, das Europaparlament sieht einen Beitragsbedarf von 30 Mrd. Die finanziellen Beiträge der einzelnen EU-Staaten sollen sich unter anderem nach dem Verursacherprinzip, also nach der Höhe des eigenen Treibhausgasausstoßes, richten.

Ein Angebot seitens der EU soll auf dem Gipfeltreffen der Staats- und Regierungschefs in Brüssel Ende des Monats beschlossen werden, nachdem sich die Finanzminister bei ihrem jüngsten Treffen in Luxemburg nicht einigen konnten.

Kommissionspräsident Josè Manuel Barroso warnte in Straßburg, dass das Fehlen eines solchen Angebots das geplante Klimaschutzabkommen gefährden könnte.

Appell an die österreichische Bundesregierung:
Mit Frankreich in Sachen CO2-Abgabe mitziehen!
Österreich hat sich verpflichtet, den Ausstoß an Treibhausgasen bis 2012 um 13% unter den Wert von 1990 zu senken. Doch 2007 lag der Treibhausgasausstoß um 8% über dem des Jahres 1990. Dass wir die angepeilte 13%-ige Reduktion bis 2012 erreichen, ist wohl ausgeschlossen - denn dazu bedürfte es überaus drastischer Maßnahmen.

Umso wichtiger ist es, dass wir jetzt ernsthaft beginnen, unseren Beitrag zu leisten und - gerade als Land der Ökosozialen Marktwirtschaft - vom Nachzügler zum Vorreiter werden. Frankreich hat die Initiative ergriffen und geht voran - weil jemand anfangen muss. Andere werden folgen und das ökosozial orientierte Österreich ist gefordert, hier in der ersten Reihe stehen.

Auch ökonomisch wird sich das auszahlen, denn der Innovationsdruck aufgrund gestiegener Energiekosten wird die Wettbewerbsfähigkeit stärken und die Entwicklung ökologischer Zukunftstechnologien befördern. Schließlich werden jene Staaten, die ihren Treibhausgasausstoß nicht rechtzeitig senken, einen deutlich höheren Beitrag im Rahmen globaler Klimaschutzabkommen für Entwicklungsländer zu leisten haben.

Mag. Karl Koller, Obmann
Mag. Thomas Kath, Obmann-Stellvertreter
www.nova-europa.eu

Teaserbild: Rike Pixelio.de

- Fortbildung -

 

 

 

 

Global Marshall Plan Academy

Noch Plätze frei bei Multiplikatorenschulung ab November!

 

Sie wollen aktiv etwas für die Zukunft dieser Welt tun? Sie suchen nach neuen Herausforderungen? Dann sind Sie bei der Global Marshall Plan Academy genau richtig! In der Gruppe bekommen Sie die Möglichkeit, ihre persönlichen Fähigkeiten als Referent/in zu trainieren und zu reflektieren. Außerdem bietet sich die Gelegenheit, sich zu vernetzen und gemeinsam neue Projektideen zu entwickeln. Erwartet wird, dass Sie sich vor Beginn bereits selbständig intensiv in die Thematik des Global Marshall Plan eingearbeitet haben und dass Sie bereit sind, zwei thematische Beiträge (eine Buchvorstellung und ein Kurzvortrag) zu übernehmen. Sie sollten auch schon etwas Erfahrung mit der Leitung von Gruppen haben.

Die Global Marshall Plan Academy besteht aus vier Wochenendmodulen, jeweils von Freitag bis Sonntag an vier verschiedenen Orten. Der Besuch einzelner Module ist NICHT möglich. Der erste Termin ist vom 27. bis 29. November 2009 in Hamburg, die weiteren folgen im Februar, Mai und Juni 2010. Die genauen Termine und Orte sowie weitere Infos finden Sie unter www.globalmarshallplanacademy.org. Die Teilnahme kostet 300 € (Ermäßigung möglich). Anmeldung bis zum 30. Oktober bei Miriam Lakemann.


Hinweis: Die Global Marshall Plan Academy ist keine inhaltliche Schulung über den Global Marshall Plan! Wenn Interesse an inhaltlichen Fortbildungen besteht, freuen wir uns, wenn diese von Teilnehmern selbständig organisiert werden und helfen gerne bei der Suche nach Experten.


Bildquelle: Bildquelle: © Uwe Steinbrich / PIXELIO

 

- Veranstaltungsnachlese -

 

 

 

 

Die Welt ist ein Dorf

Das "CLEAR Village Lab" in Barcelona

Ein Bericht von Jakob Schoof, der vor Ort die Global Marshall Plan Positionen einbrachte.

Wie kann nachhaltiges menschliches Zusammenleben im kleinen Maßstab gestaltet werden? Und: Ist das Dorf womöglich gerade in Zeiten ungebremster Verstädterung ein wertvolles Modell für die Bildung nachhaltiger Gemeinschaften?



Diesen und ähnlichen Fragen wollten die Initiatoren des CLEAR Village Lab, das vom 5. bis 7. November in Barcelona stattfand, mit ihrer Veranstaltung nachgehen. Eingeladen waren neben dem rund 15-köpfigen Organisationsteam rund 60 Architekten, Stadtplaner und Agrarwissenschaftler, Wirtschaftsberater, Initiatoren und Bewohner von Ökodörfern sowie Vertreter unterschiedlicher Organisationen, die sich mit Nachhaltigkeit auf der Ebene von Städten, Siedlungen und Dörfern auseinandersetzen. (Eine Randnotiz: Viele der Teilnehmer sind inzwischen nicht mehr in ihrem angestammten Beruf tätig, sondern widmen sich - oft freiberuflich - Themen der Nachhaltigkeit. Für mich war es interessant und ermutigend zu sehen, für wie viele Menschen diese Beschäftigung mit Nachhaltigkeit von der Berufung zum Beruf geworden ist, mit dem sich auch der Lebensunterhalt bestreiten lässt.)



Initiatorin des Lab war die vor rund einem Jahr in London gegründete CLEAR Village Foundation, eine Non-profit-Organisation, der es gelungen ist, innerhalb kurzer Zeit nicht nur Experten aus der Planung und Praxis "nachhaltiger Dörfer" um sich zu scharen, sondern auch Kontakte in die Wirtschaft zu knüpfen.

Lesen Sie hier mehr

Fotos: Lizzie Ostrom

Kongress-Nachlese: Wie ernähren wir uns in Zukunft?

Erste Ergebnisse und interessante Informationen zum Thema dieser spannenden Veranstaltung

 

Ein in höchstem Maße interessantes und brisantes Thema, dem im 2-tätigen, internationalen Kongress (15. und 16. Oktober) in der SPES Zukunftsakademie gemeinsam mit zahlreichen rennomierten und bekannten Wissenschaftern/innen und Experten/innen auf den Grund gegangen wurde. Denn diese Frage hat einen problematischen Hintergrund, der aktueller nicht sein könnte: In der 2. Oktoberwoche hat die Welternährungsorganisation der vereinten Nationen FAO die jüngsten Zahlen veröffentlicht: Demnach ist die Zahl von 856 Millionen hungernder Menschen binnen eines Jahres um 170 Millionen Menschen gestiegen. Das bedeutet, dass auf unserem Planeten bereits 1 Milliarde und 20 Mio Menschen hungern oder schwer unterernährt sind.

Wie sieht das bei uns aus? Ein krasser Gegensatz! Ein einzelner Österreicher, Frau oder Mann, verzehrt im Laufe seines Lebens – und das sind nur Durchschnittswerte - 45 kapitale Schweine, 3 Stück Rindvieh und rund 1000 Hühner. Dazu kommt noch: Der steigende Fleischkonsum ist immens energieintensiv. Das führt neben der Zunahme zivilisatorischer Krankheiten, zu einem beachtlichen Anteil am CO2-Ausstoss und auch zur Flächenkonkurrenz mit den Entwicklungsländern. Sprich: Weil unsere Viehwirtschaft einen erhöhten Bedarf an Kraftfutter hat, importieren wir es aus dem Süden - dort wird es auf riesigen Flächen angebaut und gefährdet die Subsistenzwirtschaft von hunderttausenden Kleinbauern. Auch die Tatsache, dass man für die Herstellung von einem Kilogramm Rindfleisch rund 15.000 Liter Wasser verbraucht, ist alarmieren, wenn man bedenkt, dass nur ein Prozent des globalen Wassers trinkbar ist und dass die globalen Konflikte angesichts des Klimawandels sich vor allem und zuerst am Thema Wasser entzünden.

Ergebnis des Kongresses, bei dem das Thema Ernährung von allen Seiten beleutchtet wurde, ist eine Liste von 12 Notwendigkeiten für mehr Ernährungssicherheit.

  1. 1) Solidarische Lebensweise:
    a) Weniger tierische Lebensmittel
    b) Weltweite Stärkung der kleinstrukturierten Bio-Landwirtschaft und der Kleinbauern/-bäuerinnen.
  2. 2) Auf allen Ebenen Allianzen schliessen: von lokal, Land, Bund bis EU, quer durch die Strukturen von NGOS bis zu politischen Institutionen (Parteien, Gewerkschaften, Kirchen) um Änderungen des Welthandelsregimes auf WTO-Ebene zu erreichen. Ziel ist ein Paradigmenwechsel (z.B.: in Richtung Biolandbau und Stärkung lokaler Wirtschaftskreisläufe)
  3. 3) Ernährungssouveränität im Sinne eines Rechts auf Selbstbestimmung bei der Ernährung. Was man produziert und konsumiert soll man selbst entscheiden bzw. demokratisch entschieden werden und darf nicht vom Markt allein diktiert werden.
  4. 4) Der Wert kleinbäuerlicher Wirtschaft muss öffentlich bewusst gemacht werden. Die kleinbäuerliche Wirtschaft ist im Süden Subsistenzwirtschaft und spielt bislang zu wenig Rolle bei den internationalen Strategien zur Bekämpfung des Hungers.
  5. 5) Es braucht in der Gesellschaft eine breite öffentliche Wertediskussion als Grundlage für politische Entscheidungsfindungen in Richtung Verwirklichung des Menschenrechts auf Nahrung.
  6. 6) Das Recht auf Nahrung soll ein Recht werden, das einklagbar wird. Die Norm soll rechtsverbindlich sein.
  7. 7) Motivation zu und Information über neue sinnstiftende Arbeit sichtbar machen.
  8. 8) Öffentlich sichtbare Vernetzung und nachhaltige Zusammenarbeit unterschiedlicher AkteurInnen im Hinblick auf die Selbst-Sorge und die allgemeine Versorgung.
  9. 9) Kochen als Grundfertigkeit im Bildungskanon (an Schulen u.a.) verankern.
  10. 10) Neue Konzepte für einen nachhaltig-alltagstauglichen Genuss entwickeln.
  11. 11) Tischgenossenschaften statt Wirtschaftswachstums-Aberglauben (Es ist notwendig dem kranken Wirtschaftssystem neue Werte zu geben, um dem ressourcenorientierten Wachstum entgegenzuwirken)
  12. 12) Veränderungen des Lebensstils kann nur von einem selbst ausgehen, ungeachtet zusätzlicher Politischer Rahmenbedingungen (strenges Klimaschutzabkommen)

Ziel ist es, diese 12 Notwendigkeiten in die jeweiligen Fachgebiete zu übernehmen und somit einen Schritt in die richtige Richtung zu setzen. Denn, wie der Kongressorganisator DI Wolfgang Mader von der SPES Zukunftsakademie bereits in seiner Begrüßung feststellte: Jeder kann ganz einfach feststellen wie viele Kerne ein Apfel hat – doch es ist unmöglich herauszufinden, wie viele Äpfel aus einem Kern entstehen. Hoffen wir also, dass dieser Kongress viele Früchte hervor bringt.

Weiterführende Informationen sowie die Präsentationen vieler ReferentInnen finden Sie unter:

http://speskongress.wordpress.com

Bildquelle: www.filawelt.com Pixelio

 

Aktion "Sperrstund is'! Klima-Zeche zahlen"

Nachlese

 

Unter diesen Links können Sie über die Aktion der Allianz Klimagerechtigkeit am 7. Oktober 2009 in Wien lesen/ sehen/ hören:

http://www.klimaallianz.at

http://www.youtube.com/watch?v=vqn_veqiN8Y

 

- Plant-for-the-Planet -

 

 

 

 

Vera verspricht 1 Million Bäume für Österreich

Landeshauptfrau Burgstaller unterstützt die Kinder bei der Kampagne "Stop talking. Start planting."

 

Am 29. September versprach die neunjährige Schülerin aus Wien im Namen der österreichischen Kinder 1 Million Bäume in ihrem Land zu pflanzen. Landeshauptfrau Gabi Bugstaller, die Zeugin des Versprechens war, ließ sich gerne für die Kampagne "Stop talking. Start planting." fotografieren.



Wenn Ihr Vera helfen möchtet, das Ziel in Österreich zu erreichen, schreibt ihr unter austria@plant-for-the-planet.org.


 

 

 

 

 

Berliner Klimabotschafter bilden in Russland Lehrer aus

Ben und Tara in Kaliningrad

Wir sind Tara und Ben und haben uns im letzten Jahr in unserem Verantwortungsprojekt mit einigen anderen für Plant-for-the- Planet engagiert. In den Sommerferien kam dann die Anfrage, ob wir einen Vortrag in Kaliningrad bei einem deutsch-russischen Umweltseminar halten möchten.

Nach unserer Ankunft in Kaliningrad nach etlichen Stunden Flug über Moskau wurden wir von einem Taxifahrer am Flughafen abgeholt. Im Taxi gab es gleich die erste Überraschung, man musste und konnte sich nicht anschnallen. Am Hotel angekommen aßen wir noch schnell und dann ging es gut gestärkt für den Vortrag am nächsten Tag ins Bett.

Um 7:30 Uhr am nächsten Tag beim Frühstück gab es gefüllte Brötchen und noch ein paar andere Sachen. Ein zweites Mal gestärkt sind wir mit einer Menge anderer Leute in einem Bus zum 2. deutsch-russischen Umweltbildungsseminar gefahren. Dort angekommen ging es sofort in den Sitzungsraum, in dem jeder für die synchrone Übersetzung einen mit Kopfhörern ausgerüsteten Apparat bekommen hat.



Nachdem die Eröffnungsrede und ein paar weitere Reden beendet waren, durften auch schon Tara und ich unsere Rede halten und Plant-for-the-Planet vorstellen. Die etwa siebzig anwesenden Erwachsenen waren von dem Vortrag begeistert und es gab großen Applaus. Es kommt nämlich nicht oft vor, dass zwei Jugendliche mit 13 und 14 Jahren  in Russland so selbstbewusst und engagiert sind.



Am Ende unseres Vortrags haben wir noch Gespräche geführt und einige der Lehrer wollen nun die Idee von Plant-for-the-Planet an ihrer Schulen verwirklichen.  Es war eine eher befremdliche Erfahrung, einen Tag in einer völlig anderen Kultur zu verbringen und dabei ein so großes Projekt dort zu starten. Und sicher auch eine Erfahrung, die sehr bewegend war und einen sehr beeinflusst.

DANKE für dieses ungewöhnliche Erlebnis!
Ben und Tara
16. September 2009
 
 

 

 

Stop talking. Act now!

Berliner Klimabotschafter drehen Film für Climate Bridge Festival in L.A.

Berliner Klimabotschafter drehen einen Film für das Climate Bridge Festival in L.A. zusammen mit Politik Orange.

- Film-, Hör- und Lesetipps -

 

 

 

 

Den Blick nach vorn

Das neue Buch von Josef Riegler

"Den Blick nach vorn" ist nicht nur Buchtitel, sondern gleichsam jenes Motto, das Josef Riegler seit seiner frühesten Kindheit begleitet und die Stationen seines bewegten Lebens geprägt hat. Aufbauend auf den Botschaften, die das Gestern hinterlässt, hat er sein Handeln stets auf das Morgen ausgerichtet und Ideen zum Überleben der Menschheit entwickelt und umzusetzen versucht – als steirischer Landesrat, der Nachhaltigkeit verwirklichte, lange bevor sie zum Modewort wurde, als Minister und Vizekanzler mit dem gesamtpolitischen Konzept der "Ökosozialen Marktwirtschaft", als Raiffeisen-Funktionär getragen von den Prinzipien Solidarität und Verantwortungsbewusstsein oder als Vordenker und Mit-Initiator der Global Marshall Plan Initiative für mehr Verteilungsgerechtigkeit auf diesem Planeten.

Die jüngste Publikation, herausgegeben vom "Ökosozialen Forum Österreich", dem "Ökosozialen Forum Steiermark" und dem "Club Niederösterreich", ist eine Sammlung von Memoiren, Aufsätzen und Reden eines Politikers, der aus einem tief empfundenen Wertebewusstsein heraus zeitlebens die hohe Kunst des Balancehaltens – der Balance zwischen einer freien Wirtschaft mit Entfaltungsmöglichkeiten für den Einzelnen und der sozialen und ökologischen Verantwortung für Umwelt und Menschen – proklamiert hat. Josef Riegler erlaubt dabei aber auch tiefe Einblicke in seine Gedanken- und Gefühlswelt, er führt den Leser nicht nur auf eine Reise durch mehr als ein halbes Jahrhundert spannender Zeitgeschichte, sondern bietet Antworten auf brennende Fragen der Gegenwart und Zukunft.

Herausgeber:
Ökosoziales Forum Österreich
Ökosoziales Forum Steiermark
Club Niederösterreich
ISBN 978-3-9502149-1-8
Preis 14,- Euro inkl. 10 % MwSt., exkl. Versandkosten
Zu bestellen im Ökosozialen Forum, 1010 Wien, Franz Josefs-Kai 13, Tel. 01/2536350/13 oder info@oekosozial.at

 

 

Capitalism - A Love Story

Ein Film von Michael Moore

Hinter dem plakativen Titel verbirgt sich tatsächlich eine satirische Abrechnung mit dem kapitalistischen System US-amerikanischer Prägung. Die kapitalistische Logik bestimmt dabei nicht nur die Wirtschaft, sondern viel tief greifender die gesamtgesellschaftliche Ordnung. Bereits im Kindesalter machen US-BürgerInnen ihre ersten Erfahrungen mit "Kapitalismus". Moore zeigt dies an einem Beispiel straffällig gewordener Jugendlicher, die sich nach geringen Delikten in einem Kreislauf kapitalistischer Verwertungslogik wieder fanden. Die Voraussetzungen bildeten: ein privates – und damit profitorientiertes – Heim für kriminelle Jugendliche und ein korrupter Richter, der die Jugendlichen gegen Bezahlung der Heimleitung überdurchschnittlich rasch und lange internieren ließ.

Der Doku-Film gestaltet sich zeitweise etwas langatmig, und verfällt an manchen Stellen einem gar zu einfachen Schwarz-Weiß-Denken. Dennoch liefert er schöne Bilder und ruft oft vergessene Hintergrundinformationen wieder in Erinnerung. "Der Kapitalismus" bekommt so ein Gesicht, etwa das der letzten US-Finanzminister seit Ronald Reagan, die allesamt der Führungsriege des US-amerikanischen Finanz- und Investmentkonzerns Goldman Sachs entstammten.

"I refuse to live in a country like this – but I am not leaving", lautet die Kampfansage Michael Moores angesichts der massenhaft delogierten Familien und arbeitslos gewordenen ArbeiterInnen allein der letzten Monate. Hier zeigt der Film ein Stimmungsbild der USA, das mit der Wahl Barack Obamas seinen (vorläufigen) Höhepunkt findet. Er zeigt, dass es in der Krise neben vielen VerliererInnen auch GewinnerInnen gibt. Und er zeigt vor allem, dass Widerstand auch im Kleinen sehr wohl möglich ist: So setzen entlassene FabrikarbeiterInnen nach der Besetzung des geschlossenen Werks ihre arbeitsrechtlichen Forderungen durch, eine delogierte Mittelschichtsfamilie bezieht ihr Haus zumindest vorläufig wieder, und ein Sheriff verkündet im Fernsehen, ab sofort keine Zwangsräumungen mehr durchzuführen.

Kinostart in Österreich ist Mitte November.

Mehr zum Film unter www.capitalismalovestory.com

Teaserbild: www.filmofilia.com
 

- Aus den Medien -

 

 

 

 

Pressespiegel

Die Initiative und Plant-for-the-Planet in den Medien

Global Marshall Plan


Plant-for-the-Planet
 

 





Veranstaltungen

ConSozial - Fürsorgetag

10.11.2009 - 12.11.2009
Nürnberg


Märkte für Menschen: verantworten – gestalten – selbst bestimmen mit einem Vortrag von Franz Josef Radermacher

 

Die ConSozial 2009, 11. Fachmesse und Congress für den Sozialmarkt in Deutschland, wird zusammen mit dem 78. Deutschen Fürsorgetag als gemeinsamer Kongress in Nürnberg veranstaltet. Die dazugehörige Fachmesse findet am 11. und 12. November statt, wofür sich bereits mehr als 280 Aussteller angemeldet haben. Die Veranstaltung steht unter der Schirmherrschaft der Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und des Bayerischen Ministerpräsidenten.

Eine Übersicht des Kongressprogrammes finden Sie hier.

Tages- oder Dauerkarten für Messe- und Kongressbesucher sind noch an der Tageskasse erhältlich.

Ort: Messezentrum Nürnberg






 

 

Infoabend Lokalgruppe Tübingen

10.11.2009 19:00 Uhr (Ortszeit)
Tübingen


Engagier dich in unserer Lokalgruppe!

Infoabend zum Reinschnuppern - Engagier dich in unserer Lokalgruppe!

am Dienstag, 10.11. um 19 Uhr im Wiwi-Seminar, Raum E05
Wir suchen noch Engagierte, die sich in unsere Lokalgruppe einbringen wollen! Lern unsere Projekte kennen...

Weitere Infos unter www.globalmarshallplan-tuebingen.de

 

 

Klima in der Krise – Last Exit Kopenhagen

11.11.2009 09:00 Uhr (Ortszeit)
Wien


Vorkonferenz COP15

 

Am 11. November 2009 findet die Nachtagung zur Vierten Entwicklungstagung unter dem Titel "Klima in der Krise - Last Exit Copenhagen" in Kooperation mit der österreichischen Allianz Klimagerechtigkeit statt.

Ziele dieser Veranstaltung sind:
(1) verstärktes Bewusstsein und differenzierteres Verständnis für die Themenbereiche "Klimawandel und Armut" sowie "Klimawandel und Gender" und für Lösungsansätze in den Bereichen Klimawandelanpassung und Katastrophenvorsorge im Kontext der laufenden Klimaverhandlungen.
(2) Informationsaustausch zwischen Mitgliedern der österreichischen Kopenhagen-Delegation und der Zivilgesellschaft.

Vorläufiges Programm:

9.00 – 9.10
Kurzvideo über Auswirkungen des Klimawandels

9.10 – 9.40
Eröffnung durch Bundesminister Niki Berlakovich
Einleitung durch Gerald Faschingeder (Paulo Freire Zentrum) & Josefa Molitor-Ruckenbauer (KOO / Allianz Klimagerechtigkeit)

9.40 – 10.30
"Neues vom Klima"
Helga Kromp-Kolb / Universität für Bodenkultur Wien

10.30 – 11.00
Kaffeepause

11.00 – 11.30
"Klimawandelanpassung – Konzepte und Debatten"
Ulrike Röhr / Gender CC Network Deutschland (angefragt)

11.30 – 12.30
Case Studies (inkl. Frage/Diskussion):

1. Community based adaptation in Bangladesh
Andreas Zahner / Care Österreich

2. Katastrophenvorsorge in Mosambik
Sonja Greiner / Österreichisches Rotes Kreuz

12.30 – 14.00
Mittagessen

14.00 – 15.30
"Ziele und aktueller Stand der Klimaverhandlungen"
Helmut Hojesky / Lebensministerium, Leiter der österr. Delegation in Kopenhagen

Kommentare:

Botschafterin Irene Freudenschuss-Reichl / Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten
Elisabeth Vitzthum / Bunesministerium für Finanzen (angefragt)
Max Santner / Arbeitsgemeinschaft (AG) Globale Verantwortung
Andreas Novy / Wirtschaftsuniversität Wien

Diskussion

15.30 – 16.00
Kaffeepause

16.00 – 17.00
Politische Strategien und Umsetzung der Verhandlungsergebnisse

Christiane Brunner / Umweltsprecherin der Grünen im Nationalrat
Petra Bayr / Umweltsprecherin der SPÖ im Nationalrat
Franz Glaser / entwicklungspolitischer Sprecher der ÖVP im Nationalrat (Zusage)
Manuel Graf / GLOBAL 2000
Vertreter/in der Industriellen Vereinigung (angefragt)

Diskussion

Schlusswort

Ort: Julius Raab Stiftung, Tivoligasse 73, 1120 Wien

Die Anmeldung wird in Kürze (ab ca. Mitte September) über http://www.paulofreirezentrum.at möglich sein.

 

 

Global Marshall Plan Stammtisch

12.11.2009 19:00 Uhr (Ortszeit)
Augsburg


Interessierte sind herzlich eingeladen

 

Interessierte treffen sich am Donnerstag, den 12.11. ab 19.00 Uhr in der Kervansaray in der Seilerstraße 5, 86153 Augsburg. Ansprechpartner für Rückfragen ist Martin Vogt.

 

Vortrag zum Weltagrarbericht in Stockach

12.11.2009 20:00 Uhr (Ortszeit)
Stockach


Vortrag von Benedikt Haerlin, Zukunftsstiftung Landwirtschaft, Berlin

 

Fast eine Milliarde Menschen hungern.Große Anbauflächen werden inzwischen für die Herstellung von Agrotreibstoffen genutzt. Unsere Milchbauern erhalten einen lächerlichen Preis für ihr Produkt.
Eine deutsche Familie gibt gerade noch 13% ihres Einkommens für Lebensmittel aus.

  • Wohin steuert unsere Landwirtschaft?
  • Wie muss eine Landwirtschaft aussehen, die dem Klimaschutz gerecht wird?
  • Wie erreichen wir, dass der ländliche Raum attraktiv bleibt?
  • Wie können wir eine bäuerliche Landwirtschaft erhalten?

60 Staaten haben gemeinsam mit der Weltbank und der UNO zum ersten Mal von Wissenschaftlern einen „Weltagrarbericht“ erstellen lassen, der die Perspektiven einer zukunftsfähigen Landwirtschaft aufzeigen soll. Der Bericht enthält brisante Aussagen.

„Ein weiter so darf es nicht geben!“ sagt Benedikt Haerlin von der „Zukunftsstiftung Landwirtschaft“ in Berlin. Er hat am Weltagrarbericht mitgearbeitet und wird uns die Ergebnisse aus erster Hand vorstellen.
 

12. November, 20 Uhr, im Bürgerzentrum Adler Post in Stockach, Hauptstr. 7

Eine gemeinsame Veranstaltung von
                  

            Kreisverband Konstanz           Regionalgruppe Bodensee   

      

              

Benedikt Haerlin steht uns auch noch am 13. November, 10 Uhr, im Städt. Umweltamt Radolfzell, Fürstenbergstr. 1A zur Verfügung, um die Diskussion in einem kleineren Kreis zu vertiefen. Auch dazu möchten wir Sie herzlich einladen

Der Eintritt ist frei. Über eine Spende zur Finanzierung der Veranstaltung würden wir uns freuen.

Kontakt: eberhard.koch@versanet.de
 

 

Plant-for-the-Planet-Akademie

14.11.2009
Hamburg


Pflanzaktion zur Akademie am 6. November

Auf Plant-for-the-Planet-Akademien werden 10-12jährige Kinder zu Klimabotschaftern ausgebildet. Erfahrene junge Aktivisten wie Felix (Video) oder Clara (Video) erklären, warum Kinder etwas gegen den Klimawandel tun können und müssen. Beim Lernen über das Klima, Spielen im Wald und Bäume pflanzen haben die Schülerinnen und Schüler eine Menge Spaß. Auch das Üben von Vorträgen für die Präsentation an der eigenen Schule und die Planung von Pflazaktionen kommen nicht zu kurz. Damit sind die jungen Klimabotschafter bestens vorbereitet, Projekte an ihren Schulen und in ihrem Umfeld umzusetzen. Die aktuellen Termine und weitere Informationen über Plant-for-the-Planet-Akademien finden Sie unter www.akademie.plant-for-the-planet.org.
Mit Fragen zur Plant-for-the-Planet-Akademie in Hamburg wenden Sie sich bitte an das Team!

 

 

Europe's interlocking challenges: Energy and the economic crisis

18.11.2009 09:30 Uhr (Ortszeit) - 18.11.2009 16:00 Uhr (Ortszeit)
Brüssel


European Policy Summit

Am Mittwoch 18.11.2009 findet in Brüssel ein hochrangiger European Policy Summit "Europe's Interlocking Challenges: Energy and the Economic Crisis" statt. Organisiert wird die Veranstaltung von Friends of Europe und Partnern, unter ihnen dem Ökosozialen Forum Europa.

Kurzinformation zum Thema der Konferenz:
The Summit will offer a key moment to debate the future of energy policy with an audience of EU and national policymakers, business and NGO leaders, academia, civil society and members of the international press. Issues under discussion will include: how to reconcile Europe’s recessionary pressures with Europe’s long-term energy strategy; if technological developments are about to revolutionise our thinking about sustainable energy policy; and how energy policy is re-shaping Europe’s external policy agenda.

 

Weitere und laufend aktualisierte Informationen zur Veranstaltung erhalten Sie im Internet unter http://www.friendsofeurope.org/Activities/tabid/457/Default.aspx oder bei Friends of Europe (info@friendsofeurope.org / +32 2 737 91 45). Die Veranstaltung findet in englischer Sprache statt.
Ort: Cercle Royal Gaulois Artistique & Littéraire, Parc Royal, 5 rue de la Loi, 1000 Brussels

 

1. new ethics Marketingkonferenz

24.11.2009 - 25.11.2009
Oberursel


Wertschöpfung durch Wertschätzung

LOHAS - Postmaterielle - Nachhaltigkeit - ethischer Konsum - CSR - Social Business ...

Immer mehr qualitätsorientierte Konsumenten nutzen ihre Kaufentscheidungen, um sich persönlich Gutes zu tun und dabei auch nachhaltiges, verantwortungsvolles Wirtschaften zu fördern. Wie müssen Unternehmen Ziele definieren, ihre Strategien ausrichten und ihre Kommunikation gestalten, um den unterschiedlichen LOHAS-Typen Produkte und Dienstleistungen glaubhaft anbieten und verkaufen zu können? Wie begeistert sind die Kunden/innen ihrer Kernzielgruppen und welche sind es in Zukunft? Und was macht die Top-(Avant)Garde der Öko-Unternehmen so attraktiv und erfolgreich?

Das Programm der Tagung finden Sie hier (pdf) oder hier new-ethics.com.


 

20 Jahre Ökosoziale Marktwirtschaft

15.12.2009 17:00 Uhr (Ortszeit)
Wien


Das Konzept der Ökosozialen Marktwirtschaft feiert Geburtstag

Zum Inhalt:Die Ökosoziale Marktwirtschaft feiert ihren 20. Geburtstag. Als "Überlebensmodell für die Zukunft" ist ihre praktische Umsetzung heute notwendiger denn je. Gerade in der aktuellen Finanz-, Wirtschafts- und Umweltkrise kann die Ökosoziale Marktwirtschaft neue Wege für nachhaltiges und verantwortungsvolles politisches Handeln aufzeigen. Ökosozial zu wirtschaften heißt, ein stabiles Gleichgewicht zwischen
Ökologie, sozialer Gerechtigkeit und Ökonomie zu ermöglichen und damit auch Verantwortung für die künftigen Generationen zu übernehmen.

Das Ökosoziale Forum hat in einem Dialog mit unterschiedlichen ExpertInnen Vorschläge für eine nachhaltige und krisenfestere Zukunft erarbeitet. So manche „Nuss” wurde dabei geknackt, viele Fragen zur Diskussion gestellt.

Am 15. Dezember laden wir Sie dazu ein, mit uns einen Blick zurück zu werfen und gemeinsam den nächsten Schritt nach vorne zu setzen – in eine hoffentlich ökosoziale Zukunft.

Wir laden Sie herzlich dazu ein! Programm: Grußworte
Nikolaus Berlakovich

Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft

Festrede: Zum 20-jährigen Jubiläum der Ökosozialen Marktwirtschaft
Josef Pröll, Vizekanzler und Finanzminister

Präsentation: Ökosoziale Marktwirtschaft 2009
Klemens Riegler, Geschäftsführer des Ökosozialen Forums

Im Gespräch: 20 Jahre Ökosoziale Marktwirtschaft
Josef Riegler, Ehrenpräsident des Ökosozialen Forums
Franz Fischler, Präsident des Ökosozialen Forums
Josef Plank, Geschäftsführender Präsident des Ökosozialen Forums Österreich

Keynote: Die Vision für 2010 bis 2060 – ein "grüner Kondratieff-Zyklus"
Ernst Ulrich von Weizsäcker, Naturwissenschafter und Vordenker

Moderation:
Corinna Milborn, Journalistin und Autorin

Gemütlicher Ausklang bei einem Imbiss und Musik

MAK-Vortragssaal
Eingang Weiskirchnerstraße 3, 1010 Wien
 

Wachstum im Wandel - Growth in Transition

28.01.2010 - 29.01.2010
Wien


Internationale Konferenz

Ort: Aula der Wissenschaften, Wollzeile 27a, 1010 Wien

Weitere Informationen finden Sie unter www.wachstumimwandel.at






News-Redaktion
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Helge Bork, Frithjof Finkbeiner (V.i.S.d.P.R.)

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Global Marshall Plan News erscheint gewöhnlich jeden ersten Donnerstag im Monat. Bitte senden Sie Artikel bis zum Freitag des vorhergehende Monats an news@globalmarshallplan.org.

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